Abonnentengewinnung oldfashioned

Zugegeben, eine einzelne Erfahrung ist meist nicht sehr repräsentativ. Aber als Anregung darf sie durchaus dienen. So geschehen beim letzten Schuhkauf. Und Schuhe kauft man wirklich nicht sehr oft … als Mann jedenfalls. Ich oute mich jetzt aber mal: Es macht mir Spaß, Schuhe zu kaufen, natürlich nur, wenn es maximal alle zwei Jahre passiert. Und die folgende Einzelerfahrung in Sachen Schuhkauf hat mich besonders erfreut. Ich halte sie für durchaus berichtenswert.

Wenn ein guter Freund sich entscheidet, den Bund des Lebens zu schließen, dann bedeutet das erst einmal für einen selber, dass man sich vernünftig einkleiden muss. Wenn es gleich mehrere Freunde in einem Jahr tun, verschärft das die Situation nur noch mehr. Was gehört zu einem standesgemäßen Outfit? Schicke Schuhe.

Wie eingangs schon gesagt, ist der Schuhkauf eine seltene und nicht ganz einfache Sache. Zum Glück kann man sich auf einschlägigen Websites vorinformieren, ein paar Bilder anschauen – nur das Anprobieren funktioniert leider noch nicht online. Wenn man dann als aufgeklärter Kunde das Schuhgeschäft aufsucht, um den gesuchten Schuh zu testen, kann das Procedere manchmal sehr schnell gehen. Mir ist das alles so widerfahren.

Was hat das nun mit Newslettern zu tun? Eine ganze Menge, denn mich hat am letzten Schuhkauf nicht nur begeistert, dass er gänzlich unkompliziert war, sondern dass das Netz sozusagen eine formale Klammer um den Vorgang gebildet hat. Ich habe den Schuh quasi im Web ausgesucht, bin nur kurz in ein Ladengeschäft, um ihn tatsächlich zu kaufen und als ich das Teil dann zuhause real in den Händen hielt, schloss sich doch tatsächlich der Kreis.

Aus dem ansprechenden Schuhkarton purzelten zwei identische rote Postkarten. Auf ihnen war zu lesen, dass der Schuhhändler seinen Kunden gerne über das anzukreuzende Thema auf dem Laufenden hält. Zur Auswahl standen drei Optionen: Übergrößen, Damenschuhe, Herrenschuhe. Dazu erfasst wurden Name, Adresse, Handynummer und E-Mail-Adresse. Zurücksenden kann man die Postkarte kostenlos.

Das nenne ich perfekte Adressgenerierung für den Newsletter-Verteiler. Etwas oldfashioned, aber mit Sicherheit recht wirksam. Nicht immer ist nämlich der Königsweg zu neuen Abonnenten das Netz selbst. Viele Kunden und Interessenten sind bereit dazu, Ihre Adressdaten in der realen Welt weiterzugeben, um regelmäßig Informationen zu erhalten und Vorteile zu genießen. Das sollte man als Newsletterversender nutzen.

Die einzige Schwierigkeit ist dabei lediglich die Digitalisierung der erhobenen Daten, zugegeben, ein aufwendiger Prozess. Aber es wird sich lohnen. Bei allzu großen Datenmengen kann man die Tipparbeit natürlich auch auslagern. Es gibt entsprechende Dienstleister.

Zurück zum Schuhhändler. Er bekommt auf jeden Fall meine E-Mail-Adresse. Ich bin gespannt, ob und wann ich ein Mailing erhalte. Der erste Dämpfer für meine Freude über diese intelligente Methode zur Abonnentengewinnung, war aber wiederum schon fast so heftig, dass man ihn eigentlich Abonnentenvergraulung nennen könnte. Das betreffende Unternehmen hat nämlich nicht einmal eine Website unter seiner Domain im Netz – böser Schnitzer!

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