Die letzte Hürde

Interessenten, die sich für einen Newsletter anmelden, sind noch lange keine Abonnenten. Das liegt am häufig verwendeten und empfohlenen Double-Opt-In-Verfahren. Der potentielle neue Empfänger muss hierbei erst auf eine Bestätigungsmail mit einem darin enthaltenen Bestätigungslink reagieren, um endgültig für den Newsletter angemeldet zu sein.

Und das aus gutem Grund, denn so sorgt man als Versender dafür, dass auch wirklich nur diejenige Person in den Verteiler kommt, die auch Zugriff auf das zur angemeldeten E-Mail-Adresse gehörende Postfach hat. Aber was ist eigentlich mit einer Double Opt-In E-Mail, die jemand erhält, der kein Interesse am Newsletter hat? Darf derjenige dagegen vorgehen?

Darüber hat das Amtsgericht München in einem Urteil vom 16. November 2006 (AZ 161 C 29330/06) entschieden. Eine solche Bestätigungsmail im Rahmen des Double Opt-In ist kein unzulässiger Spam. „Eine unzumutbare Belästigung liege nicht vor“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. Es muss für einen Newsletterversender möglich sein, „erwünschte E-Mails zu versenden und gleichzeitig die missbräuchliche Eintragung im E-Mail-Verteiler auszufiltern“. Dazu ist eben im Besonderen das Double Opt-In geeignet, denn alleine „durch Nichtreaktion auf die Bestätigungsaufforderung sei sichergestellt, dass weitere E-Mails nicht mehr zu erwarten seien“.

Um so wichtiger also, dass der Interessent auf die Bestätigungsmail reagiert. Das bedeutet konkret, dass sie klar, kurz und informativ gestaltet werden und sich deutlich von anderen Nachrichten wie etwa einer Begrüßungsmail abheben sollte. Es geht im Kern um den Bestätigungslink und darum, dass der Interessent darauf klickt, um sein Abonnement zu aktivieren. Im Idealfall enthält die E-Mail neben einem kurzen Abriss zu Inhalt und Erscheinungsweise des Newsletters einen Hinweis dazu, dass die Anmeldung erst mit der Bestätigung abgeschlossen ist, sowie eben nur den einen Bestätigungslink.

Weil dies schon durch die Impressumspflichten und die gebotene Nennung von E-Mail- und Web-Adresse des Absenders nicht wirklich möglich ist, sollte der entscheidende Bestätigungslink deutlich zu erkennen und gut erreichbar sein. Er steht möglichst weit oben, um Scroll-Orgien zu vermeiden. Unnötig viele verwirrende Zusatzlinks, die weitere Angebote preisen, stören eher, als dass sie nutzen. Verwendet man HTML in der Bestätigungsmail, dann kann man den Link auch sehr schön typografisch hervorheben – besser, als auf ein 5 x 5 Pixel großes Bildchen zu setzen, das der Nutzer versuchen soll zu treffen. Wichtig bei Nur-Text E-Mails ist, dass die URL der Bestätigungsseite nicht länger als 70 Zeichen ist, damit die Gefahr eines Umbruchs reduziert wird, der die Funktionalität des Links beeinträchtigen kann.

Zusammengefasst heißt die Botschaft einer Bestätigungsmail eben: „Come on – click me!“

Vergleiche dazu www.ag-m.bayern.de.

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