Doping für den Verteiler

Die Frage Nr. 1, die sich Newsletter-Versender oder solche, die es werden wollen, am häufigsten stellen, ist: Wie gewinne ich Adressen für meinen Verteiler? Darum soll es heute einmal gehen. Berücksichtigt wird dabei aber lediglich die Online-Welt, die Methoden der Offline-Welt stehen auf einem anderen Blatt. Hier also die ultimativen Tipps, aggregiert von den zahlreichen Ratgebern, die im Netz unterwegs sind.

Als Vorbemerkung ist noch zu sagen, dass es nicht den einen Weg gibt, sondern dass es vielmehr darauf hinausläuft, aus dem bunten Strauß von Maßnahmen, die für den eigenen Anwendungsfall geeigneten auszuwählen. Auch das Ausprobieren gehört dazu. Man muss eben doch immer seinen eigenen Weg finden.

Die Vorbereitung

  • Besonders, wenn es gilt, einen Verteiler aus dem Nichts aufzubauen, ist die Vorbereitung dazu entscheidend. Am besten geht das mit einem E-Mail-Marketingkonzept, das einige konkrete Zielvorgaben und Zahlen enthält. Nur so kann später auch den eigenen Erfolg oder Misserfolg ablesen.
  • Definition eines Budgets, denn leider ist unsere Welt so wie sie ist. Alles kostet Geld. Daher sollte man sich überlegen, was einem ein neuer Abonnent wert ist. Das macht später vieles leichter, auch, Adressen zu akquirieren und das Budget dabei zu schonen.
  • Auf die Erarbeitung eines inhaltlichen Konzeptes sollte ebenso Wert gelegt werden. Welche Inhalte wird der Newsletter in der Zukunft haben, wie oft erscheint er, wie präsentiert er sie? Erst wenn man diese Fragen beantwortet hat, kann man loslegen.
  • Weil man nicht alleine im Web ist, macht man eine Konkurrenzanalyse. Was treiben Mitbewerber bezüglich eines Newsletters? Was machen sie gut, was schlecht? Die eigenen Abonnenten vergleichen einen, daher sollte man sich selber auch vergleichen.

Das Anmeldeformular auf der eigenen Website

  • Auf jede einzelne Unterseite der eigenen Website gehört ein Anmeldeformular oder zumindest der Link zu einem solchen. Schließlich kann jede dieser Seiten für einen Nutzer, der über eine Suchmaschine kommt, die Einstiegsseite sein. Und der Besucher kann auch genauso schnell wieder weg sein, wie er gekommen ist. Also muss man ihm jederzeit die Chance geben, seine E-Mail-Adresse zu hinterlassen, wenn man scharf auf sie ist.
  • Offenheit und Ehrlichkeit sind angesagt, wenn man einen aufgeklärten Internetnutzer dazu bewegen will, seine E-Mail-Adresse herauszurücken. Man sollte klipp und klar sagen, dass man die Privatsphäre achtet, die Adresse nicht missbraucht und sie nicht an Dritte weitergibt. Und vor allem sollte man sich daran halten.
  • Inhalt und Frequenz des Newsletters interessieren den potentiellen Empfänger brennend. Er möchte wissen, was ihn erwartet und vor allem wie oft er damit rechnen kann. Man sollte es ihm also vorher sagen. Dabei kommt es nicht darauf an, die angekündigten Versandrhythmus penibel einzuhalten, sondern eher darauf, dass der User erkennen kann, ob er täglich bombardiert wird oder nur einmal im Monat ausführliche Informationen erhält.
  • Fachjargon zu vermeiden ist schwieriger, als man denken mag. Viele Internetnutzer kennen Begriffe nicht, die einem selber täglich über den Weg laufen. HTML, Subscribe, Login, Opt-In, Confirmation, E-Mail-Client … die Liste läßt sich fortsetzen. Alle diese Begriffe sind Gift für eine gelungene Kommunikation in einem Anmeldeformular.
  • Das Prinzip der Datenminimalität ist nicht nur ein juristischer Grundsatz, der besagt, dass man nur so viele Daten verpflichtend erfassen darf, wie man für den jeweiligen Anwendungsfall benötigt. Er ist darüber hinaus auch sinnvoll, weil alle Menschen grunsätzlich zu wenig Zeit und zu wenig Lust haben, ihre vollständigen persönlichen Daten in ein Formular einzutippen. Das bedeutet im Klartext, in einem Anmeldeformular darf nur die E-Mail-Adresse ein Pflichtfeld sein. Und eigentlich kann man dann alle anderen Felder auch gleich weglassen. Anrede, Name und den ganzen Rattenschwanz kann man immer noch erfragen, wenn man den neuen Abonnenten erstmal gewonnen hat.
  • Eine Plausibilitätsprüfung im Formular kann sehr nützlich sein, um zu verhindern, dass syntaktisch falsche Adressen überhaupt im Verteiler landen. Geeignete Newsletter-Software erkennt normalerweise, ob es sich um eine korrekt geschriebene E-Mail-Adresse handelt.
  • Die Platzierung des Formulars spielt eine unglaublich entscheidende Rolle. Muss man scrollen, um es zu erreichen? Liegt es besser links oder rechts? Ein Patentrezept gibt es nicht, aber bewährt hat es sich, wenn man es möglichst oben rechts platziert. Dabei darf es aber nichts verdrängen, was wichtiger ist. Vergleichstests zeigen einem, wie es auf der eigenen Website am besten klappt.
  • Vorteile kann man nicht oft genug erwähnen. Interessenten lassen sich dann gewinnen, wenn diese erkennen, dass sie etwas davon haben, ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen. Das kann die Aussicht auf einen Gewinn sein, ein Gutschein, ein kostenloser Download oder aber das Versprechen, per E-Mail exklusive Inhalte zu bekommen, die es über andere Kanäle gar nicht oder erst später gibt. Manchmal reicht es auch, wenn man nur klar macht, dass der eigene Newsletter nützlich ist.

Anmeldung über fremde Websites

  • Die Integration der Anmeldung zum eigenen Newsletter auf einer trafficstarken externen Website, die sogenannte Co-Registrierung kann große Erfolge bei der Adressgewinnung bringen. Natürlich ist sie meist nicht kostenlos. Und häufig ist es nicht ganz einfach eine Kooperation anzubahnen oder gar einen geeigneten Kooperationspartner zu finden. Wenn man das gemeistert hat, wertet es den eigenen Newsletter in jedem Fall auf, und nebenbei trudeln Adressen im Verteiler ein.
  • Das Co-Sponsoring eines Gewinnspiels kann eine etwas günstigere Alternative sein. Zusammen mit einem anderen Anbieter wird eine Verlosung initiiert, über die dann E-Mail-Adressen gesammelt werden. Der Nachteil ist, dass sich dadurch häufig sehr unqualifizierte Anmeldungen von Leuten ergeben, die einfach nur am Gewinnspiel teilnehmen wollen und den Newsletter nach der ersten Ausgabe abbestellen.
  • Anzeigen in anderen Newslettern, auch als Standalones bezeichnet, sind eine weitere Option, die man in die Waagschale werfen sollte. Sie können zwar relativ teuer werden, zumal man das Risiko selbst trägt, dass sich eventuell nur wenige Angesprochene im eigenen Verteiler registrieren, aber sie haben auch positive Effekte. Eine solche Anzeige ist zugleich auch immer Werbung für die eigene Marke bzw. das eigene Unternehmen und trägt somit zum Branding bei.

Welche konkreten Maßnahmen man auch immer ergreift, es ist wohl fast nicht nötig zu erwähnen, dass diese idealerweise alle mit einem Double Opt-In unterfüttert sein sollten. Nur so ist gewährleistet, dass man nicht so leicht unter Spamverdacht gerät.

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