Chancen und Risiken des neuen Gmail-Postfachs

Seit einige Zeit werden eingehende Nachrichten im Gmail-Postfach automatisch in einem von sechs Tabs einsortiert: Allgemein, Soziale Netzwerke, Werbung, Benachrichtigungen und Foren. Über Reiter greift der Nutzer somit auf unterschiedliche E-Mail-Kategorien zu und muss sich nicht mehr mit dem Sortieren, sondern nur noch mit dem Wesentlichen befassen: Lesen und Schreiben von E-Mails. Newsletter werden dabei als Werbung einsortiert, bei den E-Mail-Marketern macht sich deshalb Unsicherheit breit. Aber bietet die „Tabbed Inbox“ wirklich nur Nachteile und beeinflusst sie die Öffnungsrate negativ?

Risiken der neuen Inbox

Die Befürchtungen liegen auf der Hand: Ausgelagert in einem separaten Tab, der vom Nutzer erst aktiv geöffnet werden muss, werden die Newsletter nicht mehr wahrgenommen. Eilige E-Mails mit wichtigen Hinweisen oder zeitgebundenen Aktionen werden erst verspätet oder gar nicht geöffnet. Und setzt der Nutzer Werbung gar mit Spam gleich, wird der Tab lediglich zu einer weiteren Spamablage. Das alles lässt die E-Mail-Marketing Kennzahlen für Gmail-Nutzer in den Keller sinken – oder doch nicht?

Das sagen aktuelle Studien

Studien belegen diese Theorie nicht unbedingt. Litmus veröffentlicht regelmäßig Ergebnisse zu Öffnungen im E-Mail-Marketing. Zwar konnte ein gewisser Rückgang an E-Mail-Öffnungen über Gmail innerhalb der letzten drei Monate festgestellt werden, allerdings ist es noch zu früh um allein die neue Inbox dafür verantwortlich zu machen. Ein Blick in die eigenen E-Mail-Statistiken ist wie immer empfehlenswert. Zudem ist unsicher, wie viele Gmail-Nutzer die neue Inbox auch tatsächlich nutzen und nicht zur alten Funktionalität zurück gewechselt sind. Gibt es dennoch eine Möglichkeit, auf Nummer sicher zu gehen und wieder in den Allgemein-Tab zu gelangen?

Aufforderung: Newsletter als wichtig markieren

Welche Eigenschaften zu welcher Klassifizierung führen ist ungewiss. Durch technische Optimierung kann man also eher wenig erreichen. Alternativ ist es aber möglich, die Empfänger dazu aufzufordern, den Newsletter als wichtig zu markieren – dann wird dieser zukünftig automatisch wieder unter Allgemein eingeordnet. Dieser Aufruf kann entweder über eine separate Kampagne für Gmail-Nutzer oder über den Preheader geschehen, denn dieser wird in Gmail ausführlich im Posteingang darstellt. Hier finden sich einige Beispiele aus der Praxis.

Don’t panic: Chancen der neuen Gmail Inbox

Die vermeintlichen Gefahren lassen sich momentan also noch nicht bestätigen. Im Gegenteil: Man kann die automatische Einordnung in den Werbung-Tab auch durchaus als Chance sehen. Dort herrscht weniger Konkurrenzkampf, denn der Newsletter muss sich nicht gegenüber E-Mails von Freunden behaupten. Wer den Tab öffnet, hat zudem bereits grundsätzliches Interesse an den darin befindlichen Angeboten signalisiert, die Lesewahrscheinlichkeit wächst. Hier ist es mit relevanten Inhalten gegebenenfalls leichter, die Aufmerksamkeit des Nutzers zu gewinnen. Aussagekräftiger Betreff und Preheader liefern wie immer den letzten Impuls.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.