Dieter Braun und die Vorratsdatenspeicherung

Geht es um Datenschutz, dann ist man als E-Mail-Marketer besonders sensibel. So auch beim Vorhaben der Bundesregierung zur sogenannten Vorratsdatenspeicherung. Dahinter steht eine Forderung der EU, durch die die unterschiedlichen nationalen Vorschriften der EU-Mitgliedsstaaten zur Speicherung von Telekommunikationsdaten vereinheitlicht werden sollen. Klingt kompliziert – ist es auch. Im Kern geht es aber darum die Daten von Telefon- und Internetverbindungen, des E-Mail und SMS-Verkehrs sowie den von Fax-Nachrichten für die Dauer von 6 Monaten zu speichern.

Eigentlich geht es dabei um die Verbrechensbekämpfung, aber wie man sich unschwer denken kann, ist dies auch ein erheblicher Eingriff in die Privatsphäre eines jeden einzelnen. Kein Wunder also, dass Datenschützer auf die Barrikaden gehen und zu großflächigen Demonstrationen aufrufen. So auch der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung aus Konstanz. Eine ehrenwerte Sache, wie man meinen könnte, nur hat der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ein Problem – Spam.

Dieter Braun, so der Name des Absenders, ruft uns alle im Name des Arbeitskreises zur Demonstration in jeder Großstadt auf. Natürlich gibt es diesen Dieter Braun nicht und wenn doch, dann jetzt nicht mehr in der Öffentlichkeit. Und natürlich distanziert sich der Arbeitskreis ausdrücklich von dieser E-Mail.

So weit so gut. Bleibt die Frage offen: Was soll dann das Ganze? These 1: Herr Dieter Braun, oder wer auch immer Zugriff auf rumänische und brasilianische Server hat, meint es gut mit dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und möchte für eine rege Beteiligung an den Demonstrationen sorgen. Dass dieser Schuss gewaltig nach hinten los gehen würde, dürfte so klar sein wie das Amen in der Kirche.

Also vielleicht doch These 2: Kontraproduktives Handeln – Herr Braun möchte genau das Gegenteil erreichen, denn in Bezug auf die Seriosität des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ist diese E-Mail alles andere als vorteilhaft. Vielleicht sogar eine Verschwörung der Bundesregierung? Man weiß es nicht.

Oder ist es etwas dazwischen? These 3: Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat ein, zugegeben etwas zwielichtiges, Angebot bekommen, beim Aufruf zur Demonstration zu helfen, nicht gründlich genug nachgedacht, es angenommen und nun den Ärger am Hals. Auch nicht gerade seriös.

Was es auch sei – Fakt ist, das Thema Datenschutz bleibt ein sensibler Bereich. Wenn man auch nur eine Sekunde lang darüber nachdenkt, mit welchen Argumenten die Politiker dieses Vorhaben durchsetzen wollen, dann kann man sich nur fragen, wieso ein 25-Jähriger auf die Idee kommt, die Bundeskanzlerin zu attackieren und dabei „Gegen den Überwachungsstaat!“ zu rufen. Und Spam-Mails, die auf die Freiheit in der Kommunikation hinweisen sind wahrscheinlich ähnlich effektiv.

Mehr Infos unter: Wikipedia – Vorratsdatenspeicherung

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