E-Mail-Marketing oder Inschriften auf Steinen

Bei einem Messegespräch am gestrigen Tag kam es zu einer typischen Reaktion von Seiten eines marketingverantwortlichen Geschäftsführers. Auf das Angebot hin, für sein Unternehmen professionelles E-Mail-Marketing zu betreiben, reagierte dieser abwehrend: „Da sind Sie an den Falschen geraten. Ich will kein E-Mail-Marketing machen. Ich bekomme eh schon so viel Spam und musste extra dafür jemanden einstellen.“

Was hat der gute Mann denn da verstanden? Glaubt er denn, andere Menschen bekommen keine Spam-Mails. Und was ist grundsätzlich falsch an seiner Einstellung? Eventuell wollte er einfach nichts kaufen, aber vermutlich liegt seine Haltung auch an einem sehr großen Missverständnis, das sehr verbreitet. E-Mail-Marketing ist nämlich kein Spam. Warum?

E-Mail-Marketing basiert immer auf der Einverständnis des Empfängers – der sogenannten Permission. Vielmehr noch, zumeist fordern die Besucher einer Website den entsprechenden Newsletter aktiv an und erwarten dieses manchmal sogar sehnsüchtig. Bei Spam dürfte das wohl kaum der Fall sein.

Wenn also ein Marketingverantwortlicher der Meinung ist, dass er gut beraten ist, auf ein Instrument verzichten zu können, das fast 90% der deutschen Internetnutzer am häufigsten benutzen (AGOF internet facts 2006-III), dann könnte man da fast folgenden Vergleich ziehen:
Der Inhaber eines mittelständischen Unternehmens hat eine Aversion gegen Papier. Er beschließt daher, seinen Kunden auf keinen Fall einen Produktkatalog zu schicken, sondern läßt einen großen Stein vor dem Firmengebäude aufstellen und von einem Bildhauer die Produktpalette kunstvoll eingravieren. Das ist zwar unkonventionell und möglicherweise auch sehr ansprechend. Leider auch sehr teuer, wenig aktuell und tendenziell problematisch, wenn das Unternehmen im Alpenvorland zuhause ist, die meisten Kunden jedoch in Hamburg sitzen.

Zugegeben, der Vergleich hinkt ein wenig, aber er veranschaulicht so ganz grob das Verhältnis von handgeschriebenen Ansichtskarten zu durchgestalteten E-Mailings. Und vor allem macht es klar, dass es bei jeder Art Marketing nicht darauf ankommt, die eigenen Vorlieben auszuleben, sondern dass man sich nach den Vorlieben der Menschen richten muss, die man erreichen möchte. Und spätestens jetzt sollte der marketingverantwortliche Geschäftsführer zwei Dinge anstoßen: a) die Installation eines leistungsfähigen Spamfilters und b)die Anschaffung einer leistungsfähigen Newsletter Software.

Ein Gedanke zu „E-Mail-Marketing oder Inschriften auf Steinen

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