Gib ALTs (k)eine Chance

Bekanntermaßen verlangen die HTML-Standards des W3C den Einsatz von ALT-Attributen in IMG-Tags. Das bedeutet für alle Nicht-Quellcode-Versierten, dass man zu jedem Bild, jeder Grafik, jedem Foto einen passenden alternativen Beschreibungstext liefern sollte. Gedacht ist das für den Fall, bei dem Bilder aus technischen oder sonstigen Gründen nicht angezeigt werden. Ein gutes Beispiel sind Newsletter …

Denn in vielen E-Mail-Clients oder Webmail-Systemen werden extern referenzierte Bilder in E-Mails von unbekannten Absendern blockiert. Der Hintergrund ist, dass durch das Laden von Bildern theoretisch Schäden entstehen bzw. die eigene Privatsphäre verletzt wird. Der Versender kann u.a. die Öffnung einer E-Mail darüber protokollieren – grundsätzlich im Sinne des Versenders keine allzu schlechte Sache. Der Empfänger aber möchte dies eventuell nicht.

Werden Bilder in einer E-Mail blockiert, dann erscheinen üblicherweise die Inhalte der ALT-Attribute. Diese können dem Anwender zumindest eine Vorstellung davon geben, was er verpasst, wenn die Bilder nicht nachträglich doch noch geladen werden. In der Praxis gibt es viel Streit darüber, wie sinnvolle Inhalte von ALT-Attributen aussehen sollen oder ob man auf diese in bestimmten Fällen lieber verzichtet. Wer sich ganz streng an die Standards hält, muss eigentlich zu jedem Bild etwas texten. Aber Standards stehen eben manchmal nicht über dem gesunden Menschenverstand.

Ein kleines Beispiel illustriert, was passieren kann, wenn ALT-Attribute auf Krampf befüllt werden und dabei keine Reflexion in Sachen Sinnhaftigkeit vorgenommen wird.

Netviewer Newsletter ohne Bilder

Netviewer Newsletter ohne Bilder

Der jüngste Newsletter von Netviewer zeigt eindrucksvoll, wie ALT-Attribute falsch verwendet werden. Zum einen wurde nicht die richtige Sprache getroffen. Borderleft und Borderright kann man sich natürlich auch ohne des Englischen mächtig zu sein zusammenreimen. Aber die entscheidende Frage ist, ob die Information, dass dort, wo jetzt nichts zu sehen ist, normalerweise ein Rahmen erscheinen soll, für einen Betrachter relevant ist. Wäre es nicht sinnvoller, das ALT-Attribut einfach weg oder zumindest leer zu lassen?

Auch die Beschriftung der „Platzhalter“ könnte verbessert werden. Die Tatsache, einen Platzhalter zu verpassen, wenn man nicht schnell die Bilder nachlädt, ist kein wirkliches Drama. Die ALT-Attribute könnten doch so viel mehr. Entweder würde man einen Bildverweigerer auffordern, die entsprechende Funktion im E-Mail-Programm zu benutzen oder man würde einfach textuell beschreiben, was das nicht angezeigte Bild für eine Aussage machen soll.

Denn so ganz dröge, wie die ALT-Attribute im gezeigten Beispiel Glauben machen wollen, ist der Newsletter doch gar nicht:

Netviewer Newsletter mit Bildern

Netviewer Newsletter mit Bildern

Also, Fazit: Wenn Sie einen Newsletter produzieren, sollten sie auf Standards achten – aber eben nicht nur. Achten Sie auch auf den kleinen Mann im Kopf, der Ihnen sagt: „Komm schon, brich doch mal eine Regel!“ Ihre Empfänger werden es Ihnen danken.

Ein Gedanke zu „Gib ALTs (k)eine Chance

  1. soophie

    Hier gilt im Grunde die gleiche Regel, wie auf Webseiten. Bilder, die Inhalt transportieren, müssen einen sinnvollen alternativen Text haben. Bilder/Grafiken, die rein dekorativ sind, bekommen einen leeren alt-Tag. Wobei ein Newsletter niemals nach W3C-Richtlinien validieren wird, da nur mit Layouttabellen an die Monster heranzukommen ist^^

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