Bewertungaufforderungen per E-Mail: Unzulässige Werbung?

Transaktionsmails sind beliebte Instrumente im E-Commerce. Die Service-Nachrichten werden im Rahmen von Bestellungen und Registrierungen automatisch versendet. Sie haben hohe Öffnungsraten, da sie regelrecht erwartet werden. Und zudem besitzen sie noch einen weiteren Vorteil: Ihr Versand ist ohne zusätzliche Einwilligung des Empfängers möglich – doch das könnte sich nun bald ändern.

Dass Werbung per E-Mail nur erlaubt ist, wenn der Empfänger hierzu sein Einverständnis gegeben hat, ist kein Geheimnis. Transaktionsmails wie Aufforderungen zur Bewertung oder Feedbackanfragen waren von dieser Regelung als Servicemails bislang ausgenommen. Doch nach dem AG Hannover stufte nun auch das AG Düsseldorf diese Nachrichten als unzulässige Werbung ein, sofern keine Einwilligung vorliegt.

Werbung zum Zwecke der Absatzförderung

Die Entscheidung des Gerichts liegt darin begründet, dass Umfragen zu Meinungsforschungszwecken ohne Weiteres als Instrumente der Absatzförderung eingesetzt werden können. Man geht also bei Bewertungsaufforderungen und Feedbackanfragen von einem (getarnten) absatzfördernden Zweck und somit von unzulässiger Werbung aus.

Tipps für die Praxis

Inwiefern sich diese Rechtsprechung durchsetzt und die Marketing-Automation somit ein Stück weit ausbremst, bleibt abzuwarten. Fest stand aber bereits vor dem Urteil, dass Transaktionsmails in jedem Fall werbefrei und so eng wie möglich an die Leistungserbringung geknüpft sein sollen. Es darf keinerlei Belohnung für die Empfehlung ausgelobt werden.

Double Opt-in nicht unzulässig

Zudem kursieren wieder einmal Gerüchte, dass das Double Opt-in vor dem Aus stehe. Dabei wird sich irrtumlicherweise auf eine Entscheidung vom Amtsgericht Berlin Pankow / Weißensee aus dem Dezember berufen. Diese bezieht sich jedoch nicht auf das E-Mail-Marketing, Streitfall war vielmehr die Einrichtung eines Kundenkontos für einen Onlineshop und die damit verbundene Bestätigungsnachricht – Entwarnung ist also angesagt!

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