Facebook-Karriereseite für Unternehmen

Viele Unternehmen betreiben neben ihrer offiziellen Facebook-Seite auch eine eigene Facebook-Karriereseite, um sich als Arbeitgeber möglichst attraktiv zu präsentieren und mit potenziellen Bewerbern in Dialog zu treten. Dabei gibt es jedoch im Vorfeld einiges zu beachten und nicht für jedes Unternehmen ist eine Facebook-Karriereseite als Teil des Personalmarketings auch sinnvoll.

Im Oktober 2008 ging Siemens mit der ersten deutschen Facebook-Karriereseite an den Start, in den darauffolgenden Jahren stieg die Zahl rasant an. Also ein Trend, den man nicht verpassen sollte? Allein in Deutschland sind täglich rund 19 Millionen Nutzer auf Facebook online. Dennoch lohnt es sich vorab zu überprüfen, ob auch die eigene Zielgruppe dort tatsächlich vertreten ist. Zudem sollten sich Unternehmen bewusst sein, dass Facebook nicht als reinrassige Recruiting-Plattform – wie beispielsweise XING – verstanden werden darf, sondern eine Facebook-Karriereseite vor allem zur Information sowie zum Austausch dient.

Im Folgenden werden weitere wesentliche Faktoren besprochen, mit denen sich Unternehmen im Vorfeld auseinandersetzen sollten, wenn sie von Facebook als Karriereportal Gebrauch machen möchten.

Ist ein Facebook-Auftritt authentisch?

Grundsätzlich stehen Unternehmen vor der Fragen, ob das Betreiben einer Facebook-(Karriere)Seite mit ihrer grundsätzlichen Firmenausrichtung vereinbar ist oder nicht. Jedes Unternehmen hat bestimmte Gepflogenheiten, die sowohl die firmeninterne Zusammenarbeit als auch dessen Auftritt nach außen bestimmen. Diese Unternehmenskultur sollte auch in sozialen Netzwerken so authentisch wie möglich transportiert werden.

Interessant wird es häufig schon bei der Ansprache der Fans: Auf Facebook wird in der Regel geduzt, das förmliche Sie wird unter den Nutzern eher ungern gesehen. Unangenehme Diskrepanzen können dann entstehen, wenn firmenintern weiterhin auf die Höflichkeitsform Sie bestanden, auf Facebook hingegen das umgangsprachliche Du eingesetzt wird. Diese Vorgehensweise kann Verwirrung stiften – nicht bloß unter potenziellen Bewerbern, sondern auch unter den Mitarbeitern.

Sind die nötigen personellen Ressourcen vorhanden?

Ein Auftritt in sozialen Netzwerken bedarf regelmäßiger Betreuung. Vorab muss daher geklärt werden, ob die dafür notwendigen personellen Ressourcen zur Verfügung stehen und die Mitarbeiter auch das notwendige Know-how für die Betreuung der Facebook-Seite besitzen. Bei der Stellenbesetzung hilft ein Blick in die HCM Software und die Kompetenzprofile der Mitarbeiter.

Nutzer erwarten in der Regel eine Reaktion innerhalb von 24 Stunden, werktags sollte dies auch abgebildet werden. Kann oder will ein Unternehmen diese Erwartungshaltung aber beispielsweise nicht am Wochenende erfüllen, sollte dies offen kommuniziert werden.

Content ist King

Alle bisherigen Überlegungen gelten sowohl für einen allgemeinen Facebook-Auftritt eines Unternehmens als auch für eine spezielle Karriereseite. Doch nicht nur der formelle und organisatorische Rahmen muss eingehalten werden können, auch die passenden Inhalte muss ein Unternehmen bereithalten.

Wie eingangs bereits erwähnt, geht es auf einer Facebook-Karriereseite nicht nur darum, Stellenangebote zu posten, sondern sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und mit potenziellen Bewerbern in Dialog zu treten. Die Inhalte sollten dabei idealerwesise stets aktuell und auf die Interessen potenzieller Bewerber ausgerichtet sein. Hinweise zu den Einstiegsmöglichkeiten und Karrierechancen im Unternehmen, Bewerbungstipps, Berichte von Mitarbeitern, Werkstudenten oder Praktikanten über deren Arbeitsalltag sind solche Inhalte, von denen ein Interessent profitieren kann.

Betreibt ein Unternehmen bereits auf der eigenen Website, einen Bereich, auf dem regelmäßig über Stellenangebote und Einstiegsmöglichkeiten informiert wird, sollte die Facebook-Karriereseite auf diese Inhalte abgestimmt sein. Ein homogener Auftritt erleichtert sowohl dem Unternehmen als auch dem potenziellen Bewerber die Kommunikation. Hierfür ist ein strukturiertes Vorgehen erforderlich, um Inhalte kohärent aufzuarbeiten und sie schließlich zur Verfügung zu stellen. Postings auf der Facebook-Karriereseite sollte in diesem Fall darauf ausgerichtet sein, Traffic auf die eigene Website zu leiten.

Fazit

Die wichtigste Entscheidung besteht zunächst also darin, abzuwägen ob Facebook grundsätzlich das passende soziale Netzwerk für die geplanten Aktivitäten im Personalmarketing darstellt. Ist dies der Fall und können die Nutzererwartungen an die Facebook-Karriereseite durch das Unternehmen bedient werden, stellt sie einen interessanten Ansatz in der Personalentwicklung dar. Weitere Denkanstöße gibt es auch im Whitepaper „Braucht jedes Unternehmen eine Facebook Karriere-Page„.

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