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E-Mail-Marketing Kennzahlen im 3D-Modell

Kennzahlen sind eine wichtige Auswertungs- und Vergleichsmethode im E-Mail-Marketing.  Welche Branchen weisen dabei ähnliche Werte auf? Und wie korrelieren unterschiedliche Kennzahlen miteinander – oder eben nicht? René Kulka hat die Ergebnisse einer Studie von MailChimp aus dem Jahr 2010 in ein 3D-Modell übertragen. Dargestellt werden dabei drei Ebene: die x-Achse bildet die Öffnungs- und Klickrate ab, die y-Achse die Bounces und die z-Achse stellt die Abmelderate dar. Die Ergebnisse lassen sich anhand ihrer Positionen im Modell zu Clustern zusammenfassen und farblich visualisieren.

Interessant ist dabei vor allem die Interpretation der Platzierungen innerhalb des Modells. Warum zum Beispiel weisen Soziale Netzwerke und Communities eine überdurchschnittlich hohe Abmelde- und Bouncerate auf und eine unterdurchschnittliche Öffnungs- und Klickrate? Und warum weisen einige Cluster durchgängig unterdurchschnittliche Werte auf? Weshalb haben prominente Branchen unterdurchschnittliche Öffnungs- und Klickraten, trotz durchschnittlicher Abmelde- und Bouncerate?

Leider sind die Ergebnisse schon etwas älter und die Erhebungsweise nicht ganz transparent, sodass man sich nicht zu sehr auf Details stützen, sondern eher allgemeine Zusammenhänge erklären sollte:

Zustellbarkeit: Worauf es wirklich ankommt

Die Zustellbarkeit ist die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiches E-Mail-Marketing. Kommt die E-Mail erst gar nicht beim Empfänger an, nützt auch die beste Kampagne nichts. Return Path hat sich mit dem Thema E-Mail-Zustellbarkeit in einem Benchmark Report beschäftigt und einige vermeidbare Fehler und Mythen identifiziert.

False Positive? Kann mich nicht betreffen.

Doch! Laut der oben genannten Studie erreichen in Deutschland etwa 18 % aller E-Mails nicht den Posteingang des Empfängers, sondern landen stattdessen im Spam-Ordner oder werden vom Internet Service Provider geblockt. Auch wenn eine E-Mail einmal erfolgreich in den Posteingang zugestellt wurde, ist dies keine Garantie für die Zukunft: Provider ändern regelmäßig ihre Richtlinien und Filtermethoden.

Die Auswertung meiner E-Mail-Kampagen sagt: Zustellrate 100%

Leider ist eine hohe Zustellrate nicht gleichbedeutend damit, dass die E-Mail auch im Posteingang landet. Die Kennzahl errechnet sich aus versendeten E-Mails abzüglich Bounces. Für eine E-Mail, die vom Internet Service Provider geblockt wird oder im Spamfilter landet, wird aber keine Bounce-Meldung zurückgegeben.

Sensible Spamfilter? Mein Text ist dafür optimiert!

Natürlich schlagen Spamfilter bei bestimmten Begriffen Alarm, das Hauptproblem für schlechte Zustellbarkeit liegt aber woanders: 77 % der Zustellprobleme resultieren aus einer schlechten Reputation der IP-Adresse des Versenders. Dabei ist dann gar nicht der Spamfilter das Problem, sondern die E-Mail wird bereits am Gateway geblockt.

Um die Problematik der Zustellbarkeit von Anfang an zu minimieren, sollte das Double Opt-in zur Abonnentengewinnung eingesetzt werden: Hat der Nutzer den Link in der Bestätiguns-E-Mail geklickt, kann man davon ausgehen, dass die E-Mail zumindest einmalig zugestellt wurde.

Aus Rückläufern Abonnenten zaubern

Rückläufer sind natürlich von Nachteil, lassen sich im E-Mail-Marketing aber nicht vermeiden. Oftmals bieten sie sogar die Chance, den Adressbestand zu bereinigen. Sofern der Adressumfang und vor allem die Anzahl der Rückläufer handhabbar sind, sollte ein genauerer Blick auf die Ursachen für die fehlgeschlagenen Zustellungen geworfen werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von Bounce-Handling, die häufigsten Gründe für Bounces sind:

  • Empfänger unbekannt
  • E-Mail-Postfach inaktiv
  • E-Mail-Postfach voll
  • Server nicht erreichbar
  • Domain unbekannt
  • Nachricht abgelehnt

Grundsätzlich sollten die Empfänger nicht direkt nach dem ersten fehlgeschlagenen Zustellungsversuch in eine Rückläuferliste überführt werden. Sofern der Abonnent die E-Mail-Adresse des Versenders nicht zu seinem Adressbuch hinzugefügt hat, wird die E-Mail im Rahmen von Greylisting gegebenenfalls erst nach dem zweiten Zustellungsversuch als vertrauenswürdig eingestuft und landet im Postfach. Spamversender führen in der Regel nur einen Versuch durch. Zudem sind häufig temporäre Probleme, sogenannte Softbounces, der Grund für Rückläufer. An dieser Stelle deshalb einige Tipps, wie aus vermeintlich unbrauchbaren Adressen schnell „neue“ Abonnenten werden:

  • In der Regel wird eine eindeutige Fehlermeldung über den Grund des Rücklaufs zurückgegeben. Sollte dies nicht der Fall sein, den Versand ruhig erneut anstoßen. Im schlimmsten Fall kommt die E-Mail erneut zurück.
  • Überfüllte E-Mail-Postfächer können zu einem späteren Zeitpunkt erneut angeschrieben werden. Eventuell ist auch die Dateigröße des Newsletters Schuld für die fehlgeschlagene Zustellung.
  • Nicht erreichbare E-Mail-Adressen sollten auf offensichtliche Rechtschreibfehler im Namen und der Domain geprüft und der Newsletter an korrigierte Adressen erneut versendet werden.
  • Bei Verbindungsproblemen mit dem Mailserver kann ein weiterer Versuch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgversprechend sein.
  • Wenn die Rückläufer persönlich bekannt sind, am besten auch persönlich nachhaken. Vielleicht hat der entsprechende Kontakt das Unternehmen gewechselt und wäre weiterhin am Newsletter interessiert.

Trotz aller Möglichkeiten, die Bounce Handling bietet, muss man aber auch der Tatsache ins Auge blicken, dass einige Rückläufer nicht reaktivierbar sind und aus dem Adressbestand entfernt werden müssen.

Bounce Baby, Bounce

Im Allgemeinen ist man als Newsletter-Versender eher darum bemüht, möglichst viele neue Adressen zu generieren. Oft wird dabei vergessen, dass es mindestens genauso wichtig ist, den vorhandenen Adressbestand zu pflegen. Dazu gehören regelmäßige Mailings, persönlicher Kontakt und das sprichwörtliche Bauchpinseln der Abonnenten durch Vorteile jedweder Art gegenüber Nicht-Abonnenten, aber dazu gehört auch die Behandlung von Rückläufern – den Bounces.

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