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Monty Python und die Adaption des Begriffs „Spam“

Heute eine Bezeichnung für eine unverlangt zugestellte, meist werbliche, Massen-E-Mail, ist Spam ursprünglich ein Markenname für Dosenfleisch in Großbritannien (Spiced Ham).

Wie kam es nun zu dieser Verbindung?

In einem Sketch von Monty Python aus dem Jahre 1970 wird der Begriff  „Spam“ für eine unnötig häufige Verwendung und Wiederholung geprägt. Durch diesen Sketch enstand die Idee, ungewollten Informationsmüll als „Spam“ zu bezeichnen.

Die Übertragung auf die Kommunikation erfolgte erst wesentlich später. Bei Multi User Games überschwemmten Nutzer das Text-Interface immer wieder mit denselben Kommentare, in Anlehnung an den Monty Python Sketch wurden diese als Spam bezeichnet. Als Newsgroups zunehmend mit identischen Werbebotschaften überflutet wurden, hielt der Begriff Einzug in die Werbebranche.

Auch wenn die Bezeichnung durch einen lustigen Hintergrund geprägt wurde, E-Mail-Spam verursacht mittlerweile jährlich Schäden in mehrfacher Milliardenhöhe.

Cartoon: E-Mail-Marketing wie es nicht sein sollte

Jede Woche veröffentlicht Webdesigner und Illustrator Brad Colbow auf seiner Webseite einen Web Cartoon. Dieser zeigt, wie E-Mail-Marketing und anlassbezogene E-Mails nicht eingesetzt werden sollten:

„The Brads – Opt out“ Webcartoon von Brad Colbow auf www.bradcolbow.com

Es war einmal – die erste Spam-E-Mail

Beim Versand eines Newsletters und bereits bei der Adressgenerierung sind einige rechtliche Aspekte zu beachten, damit nicht der Eindruck von unseriösem E-Mail-Marketing und Spam entsteht. Das Double Opt-in Verfahren bei der Newsletter-Anmeldung zu nutzen, im Anmeldeformular das Gebot der Datensparsamkeit zu befolgen oder dem Abonnenten jederzeit die Möglichkeit einzuräumen, den Newsletter abzubestellen – dies sind nur einige Dinge, die erfahrenen Newsletter-Versendern bekannt sein dürften. Wir wollen uns daher einmal einer ganz anderen Frage widmen.

Wann wurde eigentlich die erste Spam-E-Mail versendet?

Am 3. Mai 1978 verschickte DEC-Mitarbeiter Gary Thuerk 600 E-Mails um auf zwei Verkaufspräsentationen des neuen DEC-Computersystems aufmerksam zu machen:

„[…] WE INVITE YOU TO COME SEE THE 2020 AND HEAR ABOUT THE DECSYSTEM-20 FAMILY AT THE TWO PRODUCT PRESENTATIONS WE WILL BE GIVING IN CALIFORNIA THIS MONTH.[…] A 2020 WILL BE THERE FOR YOU TO VIEW. ALSO TERMINALS ON-LINE TO OTHER DECSYSTEM-20 SYSTEMS THROUGH THE ARPANET. […]“

DEC war ein Unternehmen, das damals hautpsächlich an der amerikanischen Ostküste operierte. Gary Thuerk wollte nun seinen Kundenstamm auf die Westküste erweitern und ließ sich alle entsprechenden Adressen der Arpanet-Nutzer geben, die er dann per E-Mail erreichen konnte. Das Arpanet war ein Vorgänger des heutigen Internets und 1978 waren etwa 2600 Menschen per E-Mail erreichbar. Der ungefragte Erhalt der E-Mail rief bei den Empfänger eine große Beschwerdewelle hervor, die stark an heutige Reaktionen auf Spam-E-Mails erinnert.

Trotz der Ablehnung im Empfängerkreis bestreitet Gary Thuerk bis heute seine damalige E-Mail sei das gewesen, was wir heute als Spam bezeichnen. Seine Informationen über den DEC-20 seien für die Zielgruppe absolut relevant und nützlich gewesen, da man davon ausgehen konnte, dass Menschen, die damals bereits E-Mail nutzten Interesse an diesem neuen Computersystem besaßen. Thuerk schien also nach dem heutigen Begriff der „vermuteten Einverständnis“ zu handeln, wenn auch in einer etwas weiter gefassten Interpretation.

Der Erfolg scheint ihm Recht zu geben:  zu seinen beiden beworbenen Verkaufspräsentationen kamen etwa 40 Interessierte, insgesamt verkaufte er daraufhin neue DEC-Computer im Wert von zwölf Millionen US-Dollar.

Der Begriff „Spam“ wie wir ihn heute kennen wurde tatäschlich erst 1993 eingeführt, 15 Jahre nachdem die erste Spam-Mail verschickt wurde.

Spam vs. Whitelist – Grafik von Emailium

Infografik: Spam vs. WhitelistIn den Weiten des Internets hat sich eine unglaubliche 900×7795 Pixel große Grafik zum Thema Spam und Whitelisting versteckt. Trotz der Größe ist sie ein echter Hingucker, sehr informativ und empfehlenswert. Interessante Fakten aus 26 Quellen wurden hier zusammengestellt. So wird gezeigt, wie unterschiedlich der Begriff Spam in verschiedenen Kulturkreisen definiert wird. Auch interessante Benchmarks zu Kennzahlen wie Öffnungsrate oder Klickrate werden hier angeboten.

Farbliche Suche bei EmailiumHinter der Grafik steckt das 2009 gegründete Projekt Emailium – eine globale Datenbank, in der eine Vielzahl öffentlicher E-Mail-Marketing Kampagnen eingesehen werden können. Eine gezielte Recherche nach Newslettern mit Eingrenzungen nach Firma, Branche, Inhalt ist ebenfalls möglich. Sehr gelungen ist dabei auch die farbliche Suche. Durch Eingabe eines Hexadezimalcodes oder durch Auswahl in einem Rädchen erscheinen Kampagnen im gewünschten Farbton. Im Großen und Ganzen ist Emailium damit eine nützliche Vergleichs- und Inspirationsquelle für das eigene E-Mail-Marketing.

Das Beste: Solange die Datenbank sich noch im Beta-Status befindet, ist deren Nutzung kostenfrei. Viel Spaß beim Durchstöbern!

Verschiedenes zu Recht, Design und Spam

Recht

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat entschieden, dass Käufer von E-Mail-Adressen über Dritte sich nicht auf die Zusicherung des Verkäufers verlassen dürfen, ob für die Adressen eine explizite Einwilligung zum E-Mail-Marketing seitens des Empfängers vorliegt. Der Käufer muss die Adressen selbst überprüfen.

Hoffentlicht trägt dieses Urteil dazu bei dass der –  teils sehr unseriöse – Handel mit E-Mail-Adressen in Deutschland eingedämmt wird. Mehr zum Urteil gibt es auf heise online und auf der Seite des Rechtsanwalts des Antragstellers.

Design

Im EmailDirect Blog wurde der erste Teil eines Artikel über fixe bzw. flexible E-Mail-Layouts veröffentlicht. Der Artikel geht auf beide Varianten ein und führt Vor- und Nachteile des jeweiligen Layouts auf.

Spam

Ali Mostofian weist in seinem Blog darauf hin dass immer mehr Spamfilter PNG-Bilder blocken weil sie eventuell schädlichen Code enthalten könnten.

Microsofts Spamfilter

Microsoft beschreibt in einem Artikel auf Office Online auf welche Schlüsselwörter der Junk-E-Mail-Filter von Outlook reagiert. Seit Outlook 2003 kann man diese Schlüsselwörter auch anpassen, in vorherigen Versionen war dies nicht möglich. Die verbotenen Schlüsselwörter sind teilweise selbstverständlich, teilweise aber auch sehr radikal.

Nachfolgend ein kleiner Auszug:

  • Betreff mit „Werbung“
  • Textkörper mit „Geld zurück“
  • Textkörper mit „Karten akzeptiert“
  • Textkörper mit „Anweisungen zum Entfernen“
  • Textkörper mit „per Scheck oder Überweisung“
  • Textkörper mit „Nur für Erwachsene“
  • Textkörper mit „Web für Erwachsene“
  • Betreff mit „!“ UND Betreff mit „$“
  • Betreff mit „!“ UND Betreff mit „kostenlos“

Einfluss der Domain auf den Versand

Die Firma EmailDirect hat in ihrem Blog einen Artikel über den Einfluss der Domain auf den Newsletterversand veröffentlicht. Laut EmailDirect spielen viele Faktoren eine Rolle um einen reibungslosen Versand zu gewährleisten.

Z.B. sollte man bei der Registrierung auf den Provider achten. 82% des Spams kommen von Domains die bei folgenden Providern registriert sind: XIN NET, eNom, Inc., RegTime, OnlineNIC. Des Weiteren sollte darauf verzichtet werden die Registrierungsinformation seiner Domain nicht zugänglich zu machen, was bei einigen Providern möglich ist. Spam Assassin könnte nach Konfiguration solche Domains blocken.

Auch was die Top Level Domain (TLD) angeht, ist Vorsicht angesagt. Besonders über .info und .biz wird sehr viel Spam verschickt, weshalb man diese TLDs meiden sollte. Natürlich sollte auch der Domainname selbst „normal“ sein, sprich keine große Anzahl von Nummern und keine Bezeichnung die auf eine dynamische Domain hinweist: dynamic, DIA oder pool.

Das Alter der Domain spielt bei einigen Spamfiltern auch eine Rolle, weshalb EmailDirect folgende goldene Regel definiert: Es sollte keine Domain benutzt die jünger ist als 90 bis 120 Tage.  Es ist auch wichtig, dass die Domain einen gültigen MX-Eintrag besitzt, ansonsten wirkt sie für Spamfilter unseriös.

Der letzte Punkt, welcher angesprochen wird, ist der wichtigste: Die Domain sollte auf keiner Blacklist stehen. Dies versteht sich von selbst, wenn man erfolgreich E-Mail-Marketing betreiben möchte. In dem Artikel werden einige Tools genannt mit denen dies überprüft werden kann:

https://admin.uribl.com/
http://www.rulesemporium.com/cgi-bin/uribl.cgi
http://www.barracudacentral.org/lookups
http://www.rfc-ignorant.org/

Interessante Artikel der letzten Tage

The best day to send email?

Mark Brownlow geht auf den besten Tag für den Versand von Newslettern ein. Er kommt zwar zu keinem eindeutigen Ergebnis, da sehr viele Faktoren eine Rolle spielen, aber er führt ein paar sehr gute Tipps auf, um für sich selbst einen guten Zeitpunkt zu finden.

The longest newsletter I have ever seen.

Hier wird auf einen Newsletter der Firma Solarwinds eingegangen, der verdammt lang ist. Habe ich bisher auch noch nicht gesehen. Für mich steht der Aufwand für den Newsletter in keinem Verhältnis zu der Anzahl von Leuten, die den wirklich komplett durchlesen. Denn das werden nur sehr wenige sein.

Email Marketing Urban Legends

Hier wird mit einigen falschen Fakten rund um Spam aufgeräumt welche sich teilweise in den Köpfen von vielen Leuten festgesetzt haben.

Delivered May Not Mean To the Inbox

In dem Artikel von Stephanie Miller geht es darum dass ein Newsletter, welcher fehlerfrei an einen Server übergeben wurde, nicht automatisch als „zugestellt“ betrachtet werden kann, da die erfolgreiche Übermittlung keine Garantie dafür ist, dass der Newsletter auch im Posteingang des Empfängers landet. Nach der Übermittlung gibt es z.B. noch den Spamfilter zu überstehen. Nach eigenen Angaben kommen 20% der Newsletter nicht bei ihrem Empfänger an obwohl sie zugestellt wurden.