Intuitive Auswahl zwischen HTML oder Nur-Text

Immer wieder kommt die Frage auf, ob man den Newsletter-Interessenten fragen soll, welches E-Mail-Format er bevorzugt. Sicher, Profis können sich dabei leicht auf Basis ihrer eigenen Vorlieben zwischen HTML oder Nur-Text entscheiden, aber was ist mit denjenigen Laien, die gar nicht wissen, wo der Unterschied liegt?

Es ist schon ein kleines Dilemma. Einerseits möchte man den Besuchern der eigenen Website die Möglichkeit einer schnellen Newsletter-Anmeldung geben, andererseits möchte man gerne möglichst viel über den neuen Abonnenten wissen. Zum Beispiel ist es sehr aufschlussreich zu erfahren, in welchem Format dieser am liebsten E-Mails erhält. Schließlich wirkt sich das auf die Darstellbarkeit der versendeten Mails und die Akzeptanz der Empfänger aus.

Ist es denn nun eine gute Idee, den Interessenten zu fragen, ob er den Newsletter als HTML oder Nur-Text-Mail empfangen möchte? Klare Antwort: Jein.

Das erste große Problem ist, dass jede Angabe, die über die E-Mail-Adresse hinaus geht, für den potentiellen neuen Abonnenten Aufwand bedeutet. Er muss etwas eintippen oder sich für etwas entscheiden. Das ist zur Motivation einer spontanen Anmeldung zu einem Newsletter erst einmal schlecht. Möchte man als Versender bei der Adressgenerierung aber gar nicht so sehr auf die impulsive Entscheidung eines Website-Besuchers bauen, dann ist es durchaus erlaubt, diesem zwei bis drei weitere Informationen zu entlocken. Beispielsweise sind Anrede bzw. Geschlecht und der Name für eine Personalisierung ganz nützlich. Und es wäre auch denkbar, das gewünschte E-Mail-Format zu erfragen.

Das führt zum nächsten großen Problem. Weiß denn jeder, wofür er sich entscheiden soll? Kennt jeder den konkreten Unterschied zwischen HTML und Nur-Text? Eine kleine Recherche ergab leider kein zufriedenstellendes Ergebnis dahingehend, dass irgendeine Studie dies untersucht hätte. Wäre wirklich mal interessant. Mein Erfahrung aus der Praxis sagt mir, dass es etliche Leute, auch regelmäßige Internetnutzer, eben nicht genau wissen. Und solchen die verpflichtende Frage nach dem bevorzugten E-Mail-Format zu stellen, provoziert dann zwei alternative Reaktionen.

  1. Der Interessent klickt irgendetwas an, weil er den Newsletter haben möchte, aber eben mit der Entscheidung überfordert ist. Damit ist die gewonnene Information – HTML oder Text – praktisch wertlos und man kann sich die Abfrage im Formular sparen.
  2. Der Interessent bricht die Newsletter-Anmeldung ab. Man hat ihn dann als neuen Abonnenten verloren. Er wäre ohne die Abfrage im Formular möglicherweise ein wertvoller Empfänger geworden.

Wie löst man das Problem, wenn man es aber eben doch wissen möchte? Man klärt auf und erläutert den Unterschied. Auf vielen Seiten liest man dann Formulierungen wie: „Wenn Sie einen optisch schön gestalteten Newsletter wünschen, dann …“ oder „Wenn Ihr PC durch eine Firewall geschützt ist, dann …“. Alle Humbug! Die Aussage, dass nur HTML-E-Mails ansprechend aussehen, ist absolut subjektiv und die Aussage, dass Nur-Text-Mails durch jeden Spamfilter und jede Firewall kommen, ist schlichtweg falsch. Damit hilft man dem Interessenten kein bisschen weiter. Noch schlimmer ist es, wenn man versucht, die Funktionsweise der Hypertext Markup Language einem Otto-Normal-User in ein bis zwei kurzen Sätzen erläutern zu wollen.

Bleibt man bei dem Thema hartnäckig, dann gibt es eine charmante Lösung, die die Abfrage des bevorzugten Formats zumindest überlegenswert macht. Man zeigt einfach den Unterschied. Das kann durch zwei kleine Grafikausschnitte geschehen oder durch Verlinkung zweier alter Newsletter-Ausgaben in den beiden unterschiedlichen Formaten. Dadurch versteht der Anwender noch lange nicht den technischen Hintergrund, aber er hat zumindest einen soliden Anhaltspunkt für seine Entscheidung – seinen Geschmack bzw. seine Gewohnheit. Und es ist vor allem eines: intuitiv.

Gesehen bei www.stihl.de

3 Gedanken zu „Intuitive Auswahl zwischen HTML oder Nur-Text

  1. Andreas Herrmann

    Sicherlich gehen die Meinungen hier weit auseinander. Vielleicht auch nur soweit, dass 50% der User HTML bevorzugen und die anderen 50% Text.

    Noch wieder scheint mir aber in diesem Zusammenhang auf die inhaltliche Potenz des Newsletters hinzuweisen. … denn schon die Betreffzeile entscheidet in den meisten Fällen über sein oder nicht sein.

    Wird dann doch in den Newsletter Text eingestiegen, dann siegen Übersichtlichkeit und knackige Prägnanz.

    Ohne Wenn und Aber.

    Aus diesem Grunde muß zwangsläufig immer der konzeptionelle und inhaltliche Aufbau eines erfolgreichen Newsletter berücksichtigt werden.

    Liebe Grüße aus Hamburg!

  2. Can

    Ich finde die Abfrage HTML/Text altmodisch und total überholt.
    Richtigerweise sollte man den Newsletter so versenden, dass sowohl HTML als auch Text unterstützt wird und im Newsletter enthalten ist. Der Client (Outlook, Gmail, was auch immer) wählt dann, je nach Präferenz des Users, das richtige Format aus.

    Der Otto Normalverbraucher weiß ohnehin nicht, was „HTML“ bedeutet, und braucht es auch nicht wissen.

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