Acid-Test deutscher Webmail-Anbieter

Im April diesen Jahres habe ich einen Artikel über das Email Standards Project (im weiteren Verlauf mit ESP abgekürzt) verfasst und bin darin kurz auf den Acid-Test für E-Mail-Clients eingegangen. Dieser Test umfasst, ähnlich wie bei dem Acid-Test für Browser, verschiedene Elemente die von einem guten Client ohne Probleme dargestellt werden sollten. Auf der Seite vom ESP werden verschiedene Clients auf Grundlage dieses Tests beurteilt. Leider fehlen dort deutsche Webmail-Anbieter, was ich, wie im oben genannten Artikel angekündigt, mit diesem Artikel nachholen möchte.

Die Anbieter

Folgende Anbieter werden getestet:

Natürlich gibt es auch noch lokalisierte Clients von Anbietern wie AOL, GoogleMail oder Yahoo, aber diese wurden bereits vom ESP getestet und unterscheiden sich von der Darstellung nicht in ihrer deutschen Variante. Deshalb wird an dieser Stelle auf einen Test verzichtet.

Der Test

Die E-Mail besteht aus einem XHTML-Körper mit eingebettetem CSS und durchläuft den W3C-Validator ohne Probleme. Für den Versand wird der Körper der E-Mail mit dem Format „quoted-printable“ kodiert. Das Senden erfolgt mit absolut referenzierten Grafiken, d.h. die Bilder werden nicht an die E-Mail angehängt. Falls die Bilder nicht sofort vom Webmail-System geladen werden sondern eine Sonderbestätigung benötigen, so wird dies gemacht. In jedem hier getestetem System gibt es die Möglichkeit sich eine große Version der E-Mail in einem neuen Fenster anzuzeigen. Sie dient als Grundlage für diesen Test.

Um meinen John Grisham-Gedächtnis-Artikel jetzt weiterzuführen geht es nun weiter mit folgendem Abschnitt: Die Ergebnisse!

Die Ergebnisse

Freenet

Acid-Test (Freenet)

Obwohl ich Freenet bei obiger Auflistung nur aus alphabetischen Gründen als erstes genannt habe, passt dieser Platz 1 voll und ganz. Wie man auf dem Bild rechts sieht ist die Darstellung perfekt und die Hover-Effekte funktionieren wie gewollt. Freenet lässt hier keine Wünsche für Designer offen. Hier könnte man sich austoben und einen Newsletter nach dem anderen nach Webstandards raushauen… Wenn da nicht die Konkurrenz wäre, welche es zu berücksichtigen gilt. Dieses Verhalten von Freenet lässt auf jeden Fall etwas Hoffnung aufflammen.

GMX

Acid-Test (GMX)Aus mir unerfindlichen Gründen liest GMX nur Teile des Stylesheets ein, so dass die Darstellung nur in sehr wenigen Bereichen dem Original entspricht. Dies könnte eventuell daran liegen das im Stylesheet mehrfach Kommentare vorkommen die den Parser von GMX stören. Ich kann es nachvollziehen dass vielleicht einige komplexere Styles mit Absicht ignoriert werden, welche etwas übertrieben für einen Newsletter erscheinen. Folgendes leuchtet mir aber nicht ein: Warum sollte man keine Hintergrundfarben von bestimmten Bereichen festlegen dürfen, geschweige eine vernünftige Formatierung der Schrift?

T-Online & WEB.DE

Acid-Test (WEB.DE)Die Darstellung bei T-Online und WEB.DE ist soweit weg vom Original wie David Hasselhoff von Tom Hanks als Charakterdarsteller. Der Grund dafür ist schnell zu finden: Das Stylesheet wird komplett ignoriert. Stattdessen wird eine kleine CSS-Datei eingebunden welche den Inhalt sehr rudimentär formatiert, so dass die Informationen noch gut strukturiert rüberkommen. Schwieriger wird es wenn mehr mit Floats gearbeitet wird, um beispielsweise Bilder rechts neben einem Text darzustellen. Hier stehen dem Designer sehr große Hürden im Wege.

Das Fazit

Wie wir bereits wissen ist das Leben eines Newsletter-Designers nicht einfach. Ich möchte sogar behaupten dass es Webdesigner heutzutage um einiges leichter haben. Mit einem Newsletter gilt es viele, viele Clients unter einen Hut zu bringen, was in Anbetracht der Anzahl und der Eigenarten eine schwierige Aufgabe ist. Eine Gestaltung nach heutigen Webstandards ist schlichtweg unmöglich wenn man die gleiche Darstellung des Newsletters unter möglichst vielen Clients garantieren möchte. Am Ende muss man auf die gute alte Tabellenkonstruktion zurückgreifen und darf sich nicht scheuen für die Schriftformatierung auch mal wieder den leicht verstaubten Font-Tag vom Dachboden zu holen.

Ich sehe es vollkommen ein wenn man als Webmail-Anbieter einige Restriktionen in sein System einbaut, die den Kunden vor einigen versuchten Manipulationen oder übertriebenen Darstellungen schützen. Aber es sollte doch möglich sein, ein Stylesheet so zu filtern dass grundsätzliche Formatierungen ohne Probleme verwendet werden können.

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