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Return Path Studie: Reputation und die Herausforderung an die ISP

Vor kurzem haben wir über das Thema Reputation ermitteln, zertifizieren und erhalten berichtet. Nun hat Return Path seinen Benchmark-Report zur E-Mail-Zustellbarkeit veröffentlicht, in dem die Anforderungen und Herausforderungen an Internet Service Provider (ISP), erwünschte E-Mails von Spam zu unterscheiden, sowie der Zusammenhang von Reputation, Sender Score und Posteingangsrate untersucht wird. In einer Infografik werden die Gründe und Lösungsmöglichkeiten für False Positives vorgestellt.

Die Daten für die Studie wurden zwischen Januar und Dezember 2011 erhoben und umfassen mehr als 130 Millionen IP-Adressen und etwa 20 Billiarden E-Mails. Demnach wurden 85 % der weltweit versendeten E-Mails als Spam eingestuft. Ein Sender Score > 90 erzielte eine durchschnittliche Zustellrate von 95 %, bei Sender Scores zwischen 60 und 89 betrug sie dagegen lediglich 68 %. Auch ein internationaler Vergleich der Reputationen wurden gezogen.

Der Report kann nach einer Registrierung kostenlos heruntergeladen werden.

Reputation ermitteln, zertifizieren und erhalten

Reputation ist der Schlüssel zum Erfolg – auch im E-Mail-Marketing. Denn was nützt die beste Kampagne, wenn die E-Mail nicht zugestellt wird, sondern den serverseitigen Filtermaßnahmen der Internet Service Provider (ISP) zum Opfer fällt? Die Aufnahme in eine bzw. mehrere Whitelists kann Abhilfe schaffen. Eine sogenannte Positivliste deklariert einen Versender nach eingängiger Prüfung zukünftig für spamfrei und vertrauenswürdig.

Dabei kann man als Versender unterschiedlich vorgehen: Entweder man beantragt die Aufnahme bei jedem einzelnen ISP oder man wendet sich direkt an eine zentrale Stelle. Da die Prüfprozesse und Anforderungen bei jedem Provider in der Regel unterschiedlich sind und der Aufwand sehr hoch ist, sollte eine Mitgliedschaft in der zentralen Certified Senders Alliance (CSA) erwogen werden.

Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Verbandes Deutscher Internetwirtschaft eco e.V. und des Deutschen Dialogmarketing Verbandes DDV zwecks Schaffung einer zentralen Whitelist, auf die eine Vielzahl bekannter ISP zurückgreift. Die Aufnahmeanforderungen und Formulare können auf der Website der CSA eingesehen werden, die Zertifizierung ist kostenpflichtig.

Sender Reputation Index und Sender Score

Wie kann man aber nun als Anbieter einer Newsletter-Software nach der Aufnahme in die CSA zukünftig verhindern, dass Neukunden durch nicht rechtskonformes Sendeverhalten dem erlangten Qualitätsstandard schaden? Hierzu hat die CSA ein Testprojekt ins Leben gerufen, den sogenannten Sender Reputation Index. Darüber können Massenversender das rechtskonforme und empfängerfreundliche Vorgehen potenzieller Neukunden einschätzen lassen. Sind diese in der Vergangenheit negativ aufgefallen bzw. mit Spam in Verbindung gebracht worden, sind E-Mail-Marketing-Dienstleister frühzeitig informiert.

Und wie steht es eigentlich um die eigene Reputation? Hierüber kann das Tool Sender Score einen ersten Eindruck vermitteln. Nach Eingabe der IP-Adresse ermittelt der Dienst auf Basis von Daten des Anbieters Return Path einen Reputationswert für die Versandadresse.

Infografik: Warum Newsletter-Abonnenten inaktiv werden

Abonnenten haben sich durch Double Opt-in wissentlich und aktiv für einen Newsletter angemeldet und waren offensichtlich an dessen Inhalt interessiert. Welche Gründe gibt es nun, dass einstmals aktive Empfänger über die Zeit nicht mehr mit dem Newsletter interagieren?

Nicht nur die direkte Entscheidung des Nutzers, den Newsletter zu ignorieren oder sich gar abzumelden, beeinflusst die Interaktion. Auch E-Mail-Clients wie Gmail mit seiner Priority Inbox sowie die Internet Service Provider haben, basierend auf vergangenem Nutzerverhalten, einen Einfluss darauf, ob die E-Mail den Abonnenten erreicht.

Litmus hat in einer Infografik die Gründe dafür zusammengefasst, warum Newsletter-Abonnenten inaktiv werden.

Was tun?

Es sind vor allem alte Bekannte wie das Aufnehmen des Absenders ins Adressbuch, Reputation und relevanter Content, die dabei helfen, es in den Posteingang des Empfängers zu schaffen und dort dessen Interesse zu wecken. Vor allem bei den Hauptgründen „zu hohe Versandfrequenz“ und „überfülltes Postfach“ kann aber auch die vor einigen Tagen vorgestellte Technik des Opt-down helfen, den Kontakt zum Abonnenten nicht zu verlieren.

Infografik: Warum Newsletter-Abonnenten inaktiv werden

Zustellbarkeit: Worauf es wirklich ankommt

Die Zustellbarkeit ist die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiches E-Mail-Marketing. Kommt die E-Mail erst gar nicht beim Empfänger an, nützt auch die beste Kampagne nichts. Return Path hat sich mit dem Thema E-Mail-Zustellbarkeit in einem Benchmark Report beschäftigt und einige vermeidbare Fehler und Mythen identifiziert.

False Positive? Kann mich nicht betreffen.

Doch! Laut der oben genannten Studie erreichen in Deutschland etwa 18 % aller E-Mails nicht den Posteingang des Empfängers, sondern landen stattdessen im Spam-Ordner oder werden vom Internet Service Provider geblockt. Auch wenn eine E-Mail einmal erfolgreich in den Posteingang zugestellt wurde, ist dies keine Garantie für die Zukunft: Provider ändern regelmäßig ihre Richtlinien und Filtermethoden.

Die Auswertung meiner E-Mail-Kampagen sagt: Zustellrate 100%

Leider ist eine hohe Zustellrate nicht gleichbedeutend damit, dass die E-Mail auch im Posteingang landet. Die Kennzahl errechnet sich aus versendeten E-Mails abzüglich Bounces. Für eine E-Mail, die vom Internet Service Provider geblockt wird oder im Spamfilter landet, wird aber keine Bounce-Meldung zurückgegeben.

Sensible Spamfilter? Mein Text ist dafür optimiert!

Natürlich schlagen Spamfilter bei bestimmten Begriffen Alarm, das Hauptproblem für schlechte Zustellbarkeit liegt aber woanders: 77 % der Zustellprobleme resultieren aus einer schlechten Reputation der IP-Adresse des Versenders. Dabei ist dann gar nicht der Spamfilter das Problem, sondern die E-Mail wird bereits am Gateway geblockt.

Um die Problematik der Zustellbarkeit von Anfang an zu minimieren, sollte das Double Opt-in zur Abonnentengewinnung eingesetzt werden: Hat der Nutzer den Link in der Bestätiguns-E-Mail geklickt, kann man davon ausgehen, dass die E-Mail zumindest einmalig zugestellt wurde.

Meine Oma und die CSA

„Zuviel Technik macht dumm, mein Junge.“ pflegte meine Oma immer zu sagen und tatsächlich hat die Technik mich gestern zumindest dumm dastehen lassen. Auf dem Heimweg kam ich an einem Auto vorbei, das hell erleuchtet in der Parklücke stand und dessen Besitzer sich gerade zum nächsten Hauseingang entfernte. Auf mein durchaus freundlich gemeintes Rufen mit dem Hinweis, er habe vergessen, sein Licht auszuschalten, antwortete mir dieser sichtlich genervt: „Das geht gleich automatisch aus – das ist Coming Home Light!“

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