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Eine letzte Nachricht an Microsoft

Das Email Standards Project (ESP) hat vor knapp drei Wochen zu einer Twitteraktion aufgerufen, welche Microsoft dazu bewege sollte, die Unterstützung von Web Standards in Outlook 2010  zu berücksichtigen. Knapp 25.000 Twitternutzer haben sich an dieser Aktion beteiligt. Leider war Microsoft wenig einsichtig.

Als letzte Nachricht schickt das ESP nun ein Mosaikbild aus Bildern aller beteiligten Twitternutzer per Post an den Leiter der Office-Abteilung. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich dass dieser sich davon bekehren lassen wird, aber es ist meiner Meinung ein guter Abschluss dieser Aktion.

Microsofts Antwort auf die Twitteraktion

Etwas mehr als 20.000 Twitterbenutzer haben sich an der gestrigen Aktion beteiligt, um Microsoft auf den schlechten Support von HTML im kommenden Outlook 2010 aufmerksam zu machen. Leider wohl vergebens, denn William Kennedy von Microsofts Office Team zeigt sich in einem aktuellen Blogbeitrag relativ uneinsichtig was die Problematik angeht.

Er fängt damit an, dass es durch die Nutzung der Word-Engine möglich ist, sehr einfach professionelle und visuell beeindruckende HTML-E-Mails zu verfassen und liefert auch gleich ein paar Beispiel-Screenshots. Die Initiative zielte aber gar nicht darauf ab, die Word-Engine zu verbannen, sondern sie kompatibler gegenüber Webstandards zu machen. Nach Kennedys Meinung gibt es keinen einheitlichen Konsens für die Darstellung von HTML in E-Mails:

There is no widely-recognized consensus in the industry about what subset of HTML is appropriate for use in e-mail for interoperability.

Das verstehe ich nicht ganz. Es gibt einen einheitlichen Konsens darüber wie man HTML darstellt. Ob Browser oder E-Mail-Client sollte nicht relevant sein. Das sieht auch das Email Standards Project so:

It doesn’t make sense to advocate a completely different set of standards to stipulate how HTML should be rendered in an email client as opposed to a web browser.

Des Weiteren geht er noch kurz darauf ein dass die Word-Engine keine Skripte (JavaScript etc.) ausführt, damit der Benutzer hier kein Sicherheitsrisiko hat. Davon war auch nie die Rede, nichtsdestotrotz ist das gut. Für mich liest sich das wie der Versuch, andere Clients gegenüber technisch nicht versierten Lesern zu diskreditieren. Eine Sache wird noch angesprochen, die man Microsoft zu Gute halten muss: Es ist genau dokumentiert was HTML-technisch in Outlook funktioniert oder auch nicht. Eher nicht.

Fazit: Es scheint, als ob wir uns auch die nächsten Jahre mit dem Design von HTML-Newslettern für Outlook rumschlagen müssen.

Outlook 2010 ignoriert auch weiterhin Standards

Das Email Standards Project (ESP) hat sich die Beta von Microsofts Outlook 2010 angeschaut und sie auf die Unterstützung von Web Standards hin geprüft: leider mit keinem guten Ergebnis. Die E-Mails werden immer noch von der Word-internen HTML-Engine dargestellt, welche sich leider seit Office 2007 nicht signifikant verbessert hat. Ein Vergleich zwischen Outlook 2000 und Outlook 2010 zeigt die große Diskrepanz auf.

Generell verwundert es, warum Microsoft die Engine von Word benutzt, da sie doch inzwischen mit der Engine des Internet Explorer 8 eine gute Basis haben. Produktmanager Dev Balasubramanian erklärt dies mit der Möglichkeit mit Hilfe der Word-Engine in Outlook professionelle und ansehnliche HTML-Mails zu erstellen. Und weil man die für das Erstellen benutzt, möchte man für die Darstellung nicht auf etwas anderes zurückgreifen.

Das ESP hat für das Problem eine Lösung parat: Die Word-Engine muss verbessert werden. Das Knowhow sollte Microsoft eigentlich durch den Internet Explorer haben, aber wahrscheinlich sind die beiden Engines programmiertechnisch soweit auseinander, dass ein Miteinander nicht möglich ist.

Jedenfalls möchte das ESP sich das nicht gefallen lassen und ruft auf der Seite fixoutlook.org zu einer Twitteraktion auf, welche Microsoft zum Umdenken bewegen soll. Sehr gute Sache, wie ich finde!