Spam und Phishing aus Sicht des Empfängers

Über Spam aus Sicht des Versenders haben wir schon häufiger berichtet. Eine saubere Adressgenerierung, rechtskonformes E-Mail-Marketing und der Eintrag in eine Whitelist können verhindern, dass der eigene Newsletter fälschlicherweise als Spam eingestuft wird. E-Mail-Dienstleister wie Xqueue geben Tipps und technische Unterstützung für Unternehmen, um ihre legalen Werbebriefe an den Kunden zu bringen und Risiken von vornherein zu vermeiden. Doch was können Empfänger tun, um unerwünschte Werbe-E-Mails zu verhindern?

Beim Lebensmittelhersteller Hormel ahnte sicher keiner, was sich Jahrzehnte später aus einer harmlosen Wortschöpfung entwickeln sollte. Der Fleischproduzent presste Spiced ham (= gewürzten Schinken) in Konservendosen und schuf für diese Erfindung das Kunstwort SPAM. Die haltbare Schweinefleischkonserve in handlicher Blockform war besonders bei Soldaten sehr beliebt. Die britischen Komiker von Monty Python aber waren es schließlich, die Spam durch einen Sketch zu dem machten, was wir heute damit verbinden: In einem Restaurant ist das Schinkenprodukt auf einmal in allen Menüs der Speisekarte enthalten und keiner kann ihm entfliehen.

Was ist Spam?

In Deutschland machte Spam im Juni 2013 über 80 % des E-Mail-Verkehrs aus. Dieser Wert lag deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 64 %. Bei Spam handelt es sich um ungewollt empfangene Werbe-E-Mails aller Art, die nach Schätzungen der europäischen Kommission pro Jahr rund 10 Milliarden Euro Schaden verursachen. Denn die großen Mengen an unerwünschten Nachrichten fordern zusätzliche Arbeit und Kosten für die Datenübertragung. Doch die Verlockung für Versender ist groß, denn Adressen sind im Internet leicht zu bekommen und der entweder systematisch oder nach dem Zufallsprinzip vorgenommene Versand leicht zu handhaben.

Schutzmaßnahmen

Schutz vor Spam für Privatanwender bietet zunächst meist der E-Mail-Provider, indem er den zugesandten Spam von vornherein herausfiltert und im Junk-Ordner ablegt. Die Absenderadresse oder der versendende Server, ein Abgleich mit einer existierenden Blacklist und die inhaltliche Untersuchung geben den Providern dabei Hinweise. Allerdings geraten in den Spamordner häufig auch gewollte E-Mails hinein.

Die Nutzer können zudem selbst sogenannte Blacklists anlegen. In diese tragen sie ungewollte E-Mail-Adressen ein. Dann werden die von diesen Versendern stammenden E-Mails automatisch in den Spamordner verschoben. Jedoch wechseln Spammer häufig ihre Absender. Um deshalb gar nicht erst auf deren Adresslisten zu kommen, sollten Nutzer versuchen, so wenig Daten wie möglich von sich im Internet preiszugeben. Insbesondere Gewinnspiele werden gern für den Weiterverkauf von E-Mail-Adressen eingesetzt.

Vorsicht vor Phishing!

Nicht so harmlos wie der meiste Spam ist Phishing, welches auch unter Carding oder Spoofing bekannt ist. Kriminelle Organisationen versuchen dabei vor allem per E-Mail an die

  • Passwörter
  • Transaktionsnummern (TANs)
  • Namen
  • Geburtstage
  • Bankverbindungen oder
  • Anschriften

der Empfänger zu gelangen. Haben sie diese Daten erhalten, begehen sie Identitätsdiebstahl (Identity Theft) und können beispielsweise Geld überweisen, Kredite ausschöpfen oder online mit der Kreditkarte einkaufen. Zwar werden kriminelle Versender zunehmend professioneller, dennoch gibt es meist deutliche Hinweise auf einen Phishing-Versuch. Nicht zuletzt ist es die Botschaft dieser Nachrichten, die den Empfänger stutzig machen sollte. Denn kein seriöses Kreditinstitut würde seine Kunden auf diesem Wege dazu auffordern, sensible Daten zu übermitteln.

3 Gedanken zu „Spam und Phishing aus Sicht des Empfängers

  1. Sandra Ohnesorg

    Vielen Dank für die Tipps, um Phishingmails zu erkennen und zu umgehen, das mit der sogenannten Blackliste ist keine schlechte Idee, aber die Betrüger ändern doch stets und ständig ihre Mailadressen, da stehen sie nicht auf der Liste.

  2. Jens Behre

    Hallo,
    leider habe ich vieles von dem schon erlebt, gerade das mit dem Identitätsdiebstahl ist ein ganz böse Sache.
    Da wurden mal Mails verschickt die im Header meine Info Adresse hatte, wenn man aber genau geschaut hat konnte man sehen, das die Mail von einer russichen Adresse versendet wurden. Das geht bis zu dem Punkt wo man seine Mailadresse komplett löschen muss, weil nur noch irgend welche Rückläfer von dem Spamversand kommen. Der aber nicht von mir kam ! Ich selber habe bis zu 100 Mails täglich, wo ich einen Link klicken soll oder mir tolle Gewinne versprochen werden….
    VG
    Jens

  3. Sandra Ohnesorg

    Guten Tag, eigentlich vermag ich so etwas nicht lesen wollen, da einem ja Angst und Bange werden kann. Traurig, dass solche Menschen ohne Gewissen ihr Handwerk ausüben und dann noch ruhig schlafen können.

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